Insekten im Winter

Die allermeisten Vogelarten fliegen im Herbst in den warmen Süden, einige Tiere halten Winterschlaf, Menschen sitzen in warmen Wohnungen. Was aber machen die Insekten im Winter?

Man sieht und hört nichts von ihnen. Aber irgendwo müssen sie ja sein. Die rießige Vielfalt der Insektenarten in den nördlichen Region unserer Erde wäre nicht so enorm groß, wenn es den kleinen Krabblern nicht gelungen wäre, die Monatelange Kälte des Winters zu überstehen. Insekten sind gezwungen, sich geeignete Winterquartiere zu suchen, in denen sich die strenge des Winters aushalten lässt. Dabei ist die Auswahl der Plätze, die aufgesucht werden, bereits vererbt  in ihren Genen festgelegt.

Alle Insektenarten haben sich eine eigene Taktik und Strategie zugelegt, um den Winter in unseren Breiten gut zu überstehen. Insekten sind im Winter nicht etwa „ausgestorben“, nein, sie gönnen sich vielmehr nur eine ausgedehnte Auszeit, bevor der Stress im Frühjahr wieder richtig losgeht.Leider nehmen die natürlichen Gegebenheiten zum überwintern durch die Landwirtschaft immer weiter ab.


Unterstützen sie doch das Überleben und Überwintern der Insekten aktiv, z.B mit einem kleinen Insektenhotel in Ihrem Garten. Sehr schicke und gut verarbeitete Insektenhotels gibt es bereits für wenige Euro zu kaufen.

Helfen Sie den kleinen Nützlingen in Ihrem Garten beim Überwintern und stellen Sie ein Insektenhotel auf! Viele heimische Arten sind bereits vom Aussterben bedroht. Für viele nützliche Insekten wird es immer schwerer, einen guten Ort zum Nisten oder Überwintern zu finden.

 

Wo sind Schmetterlinge im Winter

So zart, so filigran, so zerbrechlich, da möchte man meinen, Schmetterlinge wären dem Winter völlig Schutzlos ausgesetzt und hätten keine Chance zu überleben. Schmetterlinge sind jedoch ganz gut ausgestattet und überwintern auf verschiedene Art und Weise. Einige verstecken sich in hohlen Bäumen oder in totem Holz.  In Ritzen und in verlassenen Tierbauten, in Scheunen und in der Erde fallen Schmetterlinge in eine Winterstarre. Kommen im Frühjahr die ersten wärmeren Sonnenstrahlen, beginnen sie sich wieder sich zu regen und fliegen aus. In der Frühlingssonne können sich die Falter dann wieder in voller Pracht in unseren Gärten und Wiesen zeigen.

Es gibt aber auch viele Arten, die in der kalten Jahreszeit noch eine Puppe und werden erst im Frühling zu einem Schmetterlng. Man findet die Puppen dann oft an den Pflanzen oder im Boden in Kokons, eingesponnen und kaum zu erkennen. An milden Wintertagen erwachen manche Raupen und fressen, bevor sie weiter bis zum Frühling ruhen.

 

Wo sind Käfer im Winter

Käfer suchen sich im Herbst einen geschützten Ort der in Bumritzen unter der Rinde, im Boden vergraben oder in gut geschützten Öffnungen im Mauerwerk von Häusern. Gerne verkriechen sie sich auch unter dem Laub im Garten oder Wald. An all diesen Orten sind sie vor dem Frost geschützt. Käfer verfügen zudem über eine Art Frostschutzmittel im Körper, dieser Körpereigene Stoff verhindert, das die Käfer bei extremen Minusgraden einfrieren. Auch tiefe Temperaturen von unter -10 Grad überstehen sie so Problemlos. Käfer überwintern selten alleine, sie sammeln sich in großen Gruppen. Dadurch fällt ihnen die Partnersuche im Frühjahr nicht all zu schwer, die Zeit zur Fortpflanzung kann sofort genutzt werden.

 

Wo sind Ameisen im Winter

Eine wahre Meisterleistung vollbringen die Ameisen. In den kalten Wintermonaten liegen die kleinen Insekten oft einige Meter unter der Erde in ihrem Winternest. Dorthin krabbeln, man müsste eher sagen, dorthin graben sich die kleinen Racker. Wie wir wissen sind Ameisen nicht die größten, gemessen an ihrer Größe aber mit die stärksten Tiere der Welt. Ansonsten wäre eine solche Leistung wohl nicht machbar.

Gut geschützt, zur Außenwelt abgeschottet und alle Ausgänge verschlossen bleiben sie dort bis in den Frühling. Der sichtbare Teil einen Ameisenbaus dient während dieser Zeit als Schutz gegen den Frost. Die Temperatur im Ameisenbau kann dennoch unter null Grad sinken. Während der gesamten Winterstarre wird weder gefressen noch sonst irgendeine Aktivität stattfinden.

 

Wo sind Wespen im Winter

Wespen fliegen wie alle Insekten auch nur im Sommer und müssen sich für den Winter einen Unterschlupf, eine Nest, einen sicheren Bau suchen. Allerdings sterben im vergleich zu Bienen fast alle Wespen. Nur die Königin kommt über den Winter. Wird es im Herbst kälter, suchen sich die jungen Königinnen eine geeignete Stelle, zum Beispiel Bäumen, in Erdlöchern, im Moos oder in Hausmauerspalten und fallen in die bekannte Winterstarre. Wespen bauen jedes Jahr einen neuen Staat auf, daher ist es ungehäuer wichtig, dass die Königen die harten Monate bis März auch schafft. Im Herbst werden die geschlechtsreifen Weibchen von den Wespendrohnen begattet und mit einem großen Spermavorrat versorgt. Dieser Vorrat reicht ihnen dann auch für das ganze Leben. Mit gut angefutterten Fettreserven und einem niedrigem Stoffwechsel ist die Königin in der Lage, bis zu sechs Monate zu überstehen, um dann im neuen Jahr die nächste Generation zu produzieren.

 

Wo sind (Honig)Bienen im Winter

Die skurilste Art zu überwintern kommt jedoch von den Bienen. Bienen leben wie wir wissen in großen Kollonien mit verschiedenen Kasten. Während der warmen Jahreszeit werden Bienen in der Regel nur etwas 6 bis  Wochen alt. Da es im Winter aber viel zu wenig Nahrung gibt, die Brut aus genau diesem Grund auch nicht gefüttert werden könnte, hat sich die Natur hier etwas ganz besonderes einfallen lassen.  Während dieser Zeit gibt es sogenannte „Winterbienen“. Winterbienen können bis zu sechs Monate alt werde,und bilden Gemeinschaften, deren einzige Aufgabe es ist, die Königin irgendwie über den Winter zu bringen und überleben zu lassen.  Die Königin ist bei Bienen das allerwichtigste, denn nur sie kann die Eier für den Erhalt des Stamms legen.

Bienen halten die Temperatur im innern aufrecht, indem pausenlos mit der Flugmuskulatur gearbeitet wird.Dabei hängen die Bienen aneinander und bilden die sogenannte “ Wintertraube“. Die inneren Bienen halten sich an den Waben fest, an ihnen halten sich wiederum andere Bienen fest. Außen sitzen die Bienen ganz eng zueinander und ergeben so eine ziemlich dichte Hülle. So kann die innen produzierte Wärme nicht entweichen, die Kälte von außen nicht eindringen. Die ständige Bewegung mit den Flugmuskeln der Bienen im innern der Wintertraube dient somit als Heizung. Die Königin ist stets in der Mitte und wird mit einer Temperatur von von 20 – 25°C Grad warmgehalten. Damit die äußeren Bienen nicht der Kälte erliegen, werden die Plätze der Bienen ständig, von außen nach innen und umgekehrt, ausgetauscht.

Honigbienen bekommen zum Überwintern gerne Zuckervorräte vom Imker, der Honig wurde ihnen ja vorher abgenommen. Natürlicherweise ernähren sich die Bienen aber von dem im Sommer gesammelten Honig. Und, ist das skuril oder nicht?